Wollte man eine Hitliste der schönsten Thüringer Schlösser und Burgen erstellen, geriete man in ernsthafte Schwierigkeiten ob der Vielzahl der romantischen, sagenumwobenen, trutzigen und geschichtsträchtigen Prachtexemplare historischer Baukunst. Deren bekanntestes ist unbestritten die Wartburg bei Eisenach, die ‚deutscheste aller Burgen’. Wo einst Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzte, staunen jährlich rund eine halbe Million Besucher über die 1838 rekonstruierte Anlage, deren Palas der Bayernkönig Ludwig II. in seinem Schloss Neuschwanstein nachbauen ließ.

Neben den großen Residenzschlössern in Weimar, Gotha, Meiningen, Altenburg, Rudolstadt, Sondershausen und Arnstadt hat fast jedes Dorf seine Burg – der Kleinstaaterei vergangener Zeiten sei Dank. Wer über die A4 den Freistaat Thüringen erreicht, wird von den Drei Gleichen (Burg Gleichen, Wachsenburg und Mühlburg) willkommen geheißen, die einst dem Geschlecht der Grafen zu Gleichen, den Erfurter Stadtvögten, gehörten und mittlerweile mit dem Musical ‚Der Graf zu Gleichen’ überregionale Berühmtheit erlangten.

Mittelalterliche Waffenkunst lässt sich auf der Runneburg in Weißensee bestaunen: Hier ist der Nachbau einer Steinschleuder aus dem Jahr 1212 noch heute bei Veranstaltungen eindrucksvoll in Aktion.

Geradezu lieblich muten dagegen die drei Dornburger Schlösser an, die auf einem Felshang oberhalb der Saale thronen. In den kunstvoll angelegten Parkanlagen weiß man gar nicht, welchen Anblick man mehr genießen soll – den Ausblick auf das Saaletal oder die verschwenderische Farbenpracht der Blumen!

Jede/s der Thüringer Burgen Schlösser birgt ein Geheimnis – Sie müssen es nur entdecken!

Text: M a r i o n B r ö h l