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Martin Luther

Gesichert ist, dass Martin Luther am 10.11.1483 in Eisleben zur Welt kam. 1505 wurde er Mönch in Erfurt, 1512 Doktor der Theologie. Dass er vom 4.5.1521 bis zum 1.4.1522 Zuflucht auf der Wartburg bei Eisenach suchte und dort in wenigen Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen in lesbares Deutsch übersetzte, ist Fakt. Eigentlich viel spannender jedoch sind die Legenden, die sich um die Person und das Leben des Reformators ranken. So soll ein Gewitter in Stotternheim bei Erfurt das Leben des bis dahin eher leichtlebigen jungen Mannes verändert haben: Angesichts eines nahen Blitzschlages soll er zur Hl. Anna gebetet und gelobt haben: „Ich will ein Mönch werden!“ Wie er selbst später bestätigte, trug er sich mit dieser Absicht jedoch bereits seit einer ganzen Weile… Sein angeblich auf den Teufel gezielter Wurf mit dem Tintenfass während seiner Zeit auf der Wartburg gehört wohl ebenfalls ins Reich der Sagen und Märchen: Laut eigener Aussage hat er zwar „den Teufel mit Tinte vertrieben“ – was sich jedoch eher auf seine schriftliche Bibelübersetzung als auf eine körperliche Auseinandersetzung mit dem Beelzebub beziehen dürfte.

Unmengen von Legenden ranken sich um Giftanschläge, die Luthers Gegner (vergeblich!) an ihm verübt haben sollen, um Spazierstöcke, die am Ort von Luthers Wittenberger Bücherverbrennung ausschlugen und zur Luther-Eiche wurden, um die angebliche ‚Errettung’ seiner sterblichen Überreste aus dem Grab in der Schlosskirche zu Wittenberg. Experten sind sogar überzeugt, dass es den Thesenanschlag so, wie er überliefert wurde, nie gegeben hat. Ironie des Ganzen: Nachdem Luther selbst Legenden ursprünglich als ‚nützlich und fein zu lesendes Werk nach der Bibel’ billigte, tat er sie später ab – und prägte das Wortspiel „die Lügende“...

(Text: M a r i o n B r ö h l)

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